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Erfolgsgeschichte

Fallstudie: Standort- und Tankwagenautomation in einem Bergbaubetrieb (IST Maden A.Ş.)

PetroDATA20 Ağustos 20263 Min. Lesezeit
Fallstudie: Standort- und Tankwagenautomation in einem Bergbaubetrieb (IST Maden A.Ş.)

Eine gemischte Flotte mit 125 Fahrzeugen verbrauchte täglich rund 12.000 Liter über eine Standorttankstelle und einen Tankwagen — alles auf Papier erfasst. So wurde die Automation mit RFID, biometrischer Fahrererkennung und Kilometerstand bei jeder Betankung aufgebaut.

Im Bergbau ist Kraftstoff nach Ausrüstung und Personal einer der größten Betriebskostenposten. Die Bedingungen vor Ort machen ihn zugleich am schwersten kontrollierbar: Es gibt nur wenige Abgabestellen, die Fahrzeuge sind ständig unterwegs, und ein Teil der Maschinen wird nicht in Kilometern, sondern in Betriebsstunden gemessen. Diese Fallstudie zeigt, wie die Kraftstoffprozesse einer gemischten Flotte bei IST Maden A.Ş. lückenlos erfasst wurden.

Projektsteckbrief

Die Flotte vor Ort umfasst vier Fahrzeugklassen:

Fahrzeugklasse Anzahl
Baumaschinen 20
Lkw 55
Sattelzugmaschinen 12
Pkw 38
Gesamt 125

Die Versorgung erfolgt über zwei Punkte: die Standorttankstelle und einen Tankwagen, der im Gelände betankt.

Der Betrieb in Zahlen

Zeitraum Menge
Tagesdurchschnitt ~12.000 Liter
Monat (30 Tage) ~360.000 Liter
Jahr (365 Tage) ~4,4 Millionen Liter

Rund 4,4 Millionen Liter pro Jahr werden über zwei Abgabestellen an 125 Fahrzeuge verteilt. In dieser Größenordnung wird selbst eine kleine Erfassungslücke je Fahrzeug am Jahresende zu einer erheblichen Unsicherheit.

Die Ausgangslage

Trotz dieser Menge liefen die Kraftstoffprozesse vollständig manuell:

  • Betankungen wurden auf Papierbelegen erfasst. Die Richtigkeit hing von der Sorgfalt der betankenden Person ab.
  • Betankte der Tankwagen im Gelände, ließ sich nicht zuverlässig nachvollziehen, welche Maschine wie viel erhalten hatte.
  • Ein vergleichbarer Verbrauchsvergleich war unmöglich. Liter/Stunde bei Maschinen und Liter/100 km bei Lkw und Sattelzugmaschinen erschienen nie in derselben Auswertung; auffälliger Verbrauch und Verluste blieben unbemerkt.
  • Der Bestandsabgleich hinkte hinterher. Die Differenz zwischen Tankstandsabfall und Betankungssumme ließ sich erst zum Periodenende und nur grob vergleichen.

Die eingeführte Lösung

Vor Ort wurden drei Komponenten installiert:

1. Automation der Standorttankstelle

Der Tank der Station wurde füllstandsüberwacht, die Zapfsäule über eine Steuereinheit in die Automation eingebunden. Jede Betankung wird nun automatisch mit Fahrzeug, Fahrer, Menge und Zeit erfasst.

2. Tankwagenautomation

Auch der im Gelände eingesetzte Tankwagen wurde in dieselbe Struktur eingebunden. Eine Betankung mitten im Gelände und eine Betankung an der Station laufen jetzt in denselben Datenstrom. Genau dieser Punkt wird in Automationsprojekten am häufigsten ausgelassen: Bleibt der Tankwagen unerfasst, ist das Bild des Systems unvollständig.

3. Zentrales Managementsystem

Die Daten beider Abgabestellen laufen zentral zusammen. Der Tankstandsabfall wird laufend mit der Betankungssumme abgeglichen, sodass eine wachsende Differenz sichtbar wird, ohne das Periodenende abzuwarten.

Identifikation: RFID + Biometrie

Jedes Fahrzeug erhielt einen RFID-Schlüsselanhänger. Die Fahrer wurden über einen biometrischen Leser erfasst und ihren Fahrzeugen zugeordnet. Jede Betankung zeigt nun in einem einzigen Datensatz, welches Fahrzeug, welcher Fahrer und welche Menge. Nicht registrierte Fahrzeuge und unbefugte Nutzer erhalten keinen Kraftstoff.

Beides gemeinsam zu installieren ist entscheidend: Mit RFID allein kann der Anhänger den Besitzer wechseln; mit Biometrie allein bleibt offen, welches Fahrzeug den Kraftstoff erhalten hat. Erst die Kopplung bindet den Datensatz an Fahrzeug und Person zugleich.

Kilometerstand und Verbrauchsdurchschnitt

Der RFID-Leser erfasst bei jeder Betankung auch den Kilometerstand. Da Strecke und Menge im selben Datensatz vorliegen, werden

  • Liter/100 km bei Lkw und Sattelzugmaschinen,
  • Liter/Stunde bei Baumaschinen

automatisch berechnet. Damit wurde eine Flotte aus vier Klassen erstmals in sich vergleichbar. Der fahrzeugbezogene Verbrauchsdurchschnitt ist der eigentliche Referenzwert des Standorts: Weicht ein Fahrzeug von seinem eigenen Durchschnitt ab, deutet das auf einen Defekt, das Fahrverhalten oder einen Verlust hin — und sichtbare Abweichungen lassen sich untersuchen.

Der erzielte Nutzen

  • 125 Fahrzeuge und zwei Abgabestellen in einem Datenstrom,
  • jede Betankung an ein geprüftes Fahrzeug-Fahrer-Paar gebunden,
  • physische Sperre gegen nicht registrierte Fahrzeuge und unbefugte Nutzer,
  • fehlerfreie Durchschnitte in Liter/100 km und Liter/Stunde je Fahrzeug,
  • laufender Abgleich von Tankstand und Betankungssumme.

Hinweis: Diese Fallstudie beruht auf geprüften Angaben zu Umfang und Größenordnung. Nach der Installation gemessene Einspar- und Effizienzwerte werden ergänzt, sobald sie mit dem Kunden bestätigt sind.

Fazit

Kraftstoffkontrolle im Bergbau entsteht nicht durch ein einzelnes Gerät, sondern dadurch, dass sämtliche Abgabestellen, die Identifikation und die Verbrauchsmessung gemeinsam aufgebaut werden. Das Projekt bei IST Maden A.Ş. zeigt das konkret: Wenn Standorttankstelle, Tankwagen und zentrales Managementsystem zusammenspielen, wird ein Betrieb mit rund 12.000 Litern pro Tag transparent, abgeglichen und prüfbar.

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