Flotten-Kraftstoffmanagement: Effizienz mit L/100 km und Verhinderung unbefugter Betankung
In der Logistik ist Kraftstoff der größte Kostenposten; ein Verbrauch, der nicht auf Fahrzeugebene gemessen wird, schadet direkt dem Gewinn. Wir erläutern, wie die L/100-km-Analyse und die Fahrzeugerkennung in der Flotte die Effizienz steigern.
In Logistik- und Transportflotten ist Kraftstoff der größte Kostenposten. Ein Verbrauch, der nicht auf Fahrzeugebene gemessen wird, schadet direkt der Fahrtprofitabilität und dem Unternehmensgewinn. Das Flotten-Kraftstoffmanagement hat zwei Säulen: die Effizienz messen (L/100 km) und unbefugte Betankung verhindern (Fahrzeugerkennung). Dieser Leitfaden behandelt beide gemeinsam.
L/100 km: das Effizienzmaß in der Flotte
Während die Effizienz bei Arbeitsmaschinen in Liter/Stunde gemessen wird, ist bei Straßenfahrzeugen die richtige Kennzahl L/100 km: wie viele Liter ein Fahrzeug im Schnitt auf 100 Kilometern verbraucht. Da diese Kennzahl auf die Arbeitslast (die zurückgelegte Strecke) normiert ist, lassen sich Fahrzeuge fair vergleichen.
L/100 km macht Folgendes sichtbar:
- ungewöhnliche Verbrauchsunterschiede zwischen Fahrzeugen (Defekt, Reifendruck, Fahrstil, Ladung),
- einen im Laufe der Zeit steigenden Verbrauch eines Fahrzeugs (Wartungssignal),
- den Einfluss von Route und Lademuster auf den Verbrauch,
- Inkonsistenzen im Kraftstoff-Distanz-Abgleich (möglicher Missbrauch).
Wie wird es berechnet?
L/100 km = (verbrauchter Kraftstoff / zurückgelegte Strecke) x 100. Für eine korrekte Berechnung sind zwei Daten erforderlich:
- Verbrauchter Kraftstoff: Durch die Betankung mit Fahrzeugerkennung werden die Liter auf Fahrzeugebene festgehalten.
- Zurückgelegte Strecke: wird aus dem Fahrzeugortungssystem (GPS) oder aus den Kilometerdaten entnommen.
Werden diese beiden Daten zusammengeführt, ergibt sich für jedes Fahrzeug der tatsächliche L/100-km-Wert; ohne Integration beruht die Berechnung auf Schätzung.
Unbefugte Betankung verhindern
Die Effizienz zu messen genügt nicht; der Kraftstoff muss auch ausschließlich an das befugte Fahrzeug fließen. Mit der Fahrzeugerkennung (RFID) gilt:
- Ein nicht registriertes Fahrzeug kann keinen Kraftstoff beziehen,
- jede Betankung wird dem richtigen Fahrzeug und Fahrer zugeordnet,
- tägliche/wöchentliche Betankungslimits lassen sich definieren,
- durch den Vergleich des in den Tank eingegangenen Kraftstoffs mit der von den Fahrzeugen zurückgelegten Strecke werden Abweichungen (möglicher Missbrauch) markiert.
In Kombination mit der Transportsoftware
Werden die Flotten-Kraftstoffdaten mit der Transport-/Logistiksoftware zusammengeführt, wird die Fahrtprofitabilität transparent: Die Kraftstoffkosten fließen direkt in die Fahrt ein, der Kraftstoff-Distanz-Abgleich wird durchgeführt, und versteckte Kosten (Reifen, Kraftstoff) werden sichtbar.
Fazit
Das Kraftstoffmanagement in der Flotte beruht auf Messen und Verhindern. L/100 km misst die Effizienz auf Fahrzeugebene und in fairer Weise; die Fahrzeugerkennung unterbindet unbefugte Betankung von Grund auf. Werden beide vereint, hört Kraftstoff – der größte Kostenposten – auf, eine geschätzte Kostengröße zu sein, und wird zu einem pro Fahrt gesteuerten Posten.