Kraftstoffautomatisierung im Bergbau: Kontrolle von schwerer Flotte und Schwund
Bergbaustandorte bedeuten hohen Verbrauch, große Flächen und einen Betrieb rund um die Uhr. In dieser Größenordnung ist schon eine geringe Schwundquote ein erheblicher Kostenfaktor. Wir erklären, wie die Kraftstoffkontrolle bei einer schweren Flotte aufgebaut wird.
Bergbaustandorte sind in Bezug auf das Kraftstoffmanagement vielleicht die anspruchsvollsten Umgebungen: hoher Verbrauch großer Volumina, weitläufige Flächen, eine Flotte schwerer Baumaschinen und ein Betrieb rund um die Uhr. In dieser Größenordnung wird schon eine Schwundquote von einem Prozent am Jahresende zu einem erheblichen Kostenfaktor. In diesem Ratgeber behandeln wir, warum die Kraftstoffautomatisierung im Bergbau so entscheidend ist und wie sie aufgebaut werden sollte.
Die Bedingungen, die einen Bergbaustandort besonders machen
- Größenordnung: Der Verbrauch von Lkw, Baggern und Baumaschinen ist sehr hoch; geringfügige Verluste erreichen große Beträge.
- Mobile Betankung: Häufig gibt es keine feste Tankstelle; der Kraftstoff wird per mobilem Tankwagen bis zum Fahrzeug vor Ort gebracht.
- Anspruchsvolle Hardware-Bedingungen: Staub, Vibrationen und Dauerbetrieb erfordern vor Ort robuste Hardware.
- Schichtbetrieb: Der Betrieb läuft ununterbrochen; das Erfassungssystem muss sich diesem Tempo anpassen und darf den Arbeitsablauf nicht verlangsamen.
Die Komponenten der Kraftstoffkontrolle bei einer schweren Flotte
Fahrzeugbezogene Verbrauchserfassung
Der Verbrauch jedes Lkw und Baggers wird fahrzeugbezogen erfasst. So werden sichtbar, welche Maschine wie viel verbraucht, die Liter/Stunde-Effizienz und die tatsächlichen Kosten.
Automatisierung mobiler Tankwagen
In die mobilen Betankungs-Tankwagen vor Ort werden Zähler und Fahrzeugerkennung integriert. Jede Betankung wird automatisch mit Fahrzeug, Bediener, Litermenge und Standortdaten erfasst. Die mobile Betankung, der schwächste Punkt der Kontrolle, wird lückenlos dokumentiert.
Robuste Hardware
Hardware, die für Staub, Vibrationen und anspruchsvolle Bedingungen ausgelegt ist, arbeitet vor Ort ohne Unterbrechung. Die Schutzklasse wird je nach Einsatz gewählt.
Schichtbezogene Berichterstattung
Verbrauch und Effizienz werden schichtbezogen berichtet. So lassen sich Unterschiede zwischen den Schichten, ungewöhnlicher Verbrauch und Kosten klar überwachen.
Netzunabhängiger Betrieb
An abgelegenen Standorten wird durch eine solarbetriebene Installation mit GSM ein netzunabhängiger Betrieb ermöglicht; die Daten werden mit der Zentrale synchronisiert, sobald eine Verbindung besteht.
Warum ist die Schwundkontrolle in dieser Größenordnung so entscheidend?
In einem kleinen Unternehmen mag ein Schwund von einem Prozent tolerierbar erscheinen. Im Maßstab des Bergbaus entspricht dieselbe Quote jedoch einem hohen absoluten Betrag. Deshalb besteht das Ziel im Bergbau nicht nur darin, Diebstahl zu verhindern, sondern den Schwund messbar und steuerbar zu machen. Ein gemessener Schwund lässt sich senken, indem seine Ursache (Missbrauch, Verschwendung, Messdifferenz, Leck) bestimmt wird.
Regionale Erfahrung
In Regionen mit einer hohen Dichte an Bergbau- und Baustellenprojekten wie dem Kaukasus und Zentralasien sind die Standortbedingungen besonders anspruchsvoll. Bei Projekten in diesen Regionen stehen robuste Hardware, die Automatisierung der mobilen Betankung und netzunabhängiger Betrieb als vorrangige Anforderungen im Vordergrund.
Fazit
Die Kraftstoffautomatisierung im Bergbau bringt aufgrund der Größenordnung einen weitaus höheren Ertrag als bei kleinen Unternehmen. Fahrzeugbezogene Erfassung, Automatisierung mobiler Tankwagen, robuste Hardware und schichtbezogene Berichterstattung machen den Schwund sichtbar und steuerbar. Die erste Voraussetzung, um Verluste in großem Maßstab zu steuern, ist, sie zu messen.