Leerlaufkosten: Der unsichtbare Kraftstoffaufwand
Eine im Leerlauf laufende Maschine leistet keine Arbeit, verbrennt aber Kraftstoff. Wir erläutern, warum der Leerlauf ein unbemerkter Kostenfaktor ist und wie er durch Daten sichtbar und reduzierbar wird.
Bei Kraftstoffverlust denkt man zuerst an Diebstahl. Doch auch ganz ohne böse Absicht entsteht ein erheblicher Verlust: der Leerlauf, also der Betrieb im Stillstand. Eine im Leerlauf laufende Baumaschine oder ein Generator leistet keine Arbeit, verbrennt aber weiterhin Kraftstoff. Dieser Leitfaden behandelt, warum der Leerlauf ein unsichtbarer Kostenfaktor ist und wie er durch Daten sichtbar und reduzierbar wird.
Warum ist der Leerlauf ein unsichtbarer Kostenfaktor?
- Erfordert keine böse Absicht: Der Bediener schaltet den Motor in der Pause nicht ab, die Maschine läuft weiter, während sie in der Warteschlange steht. Niemand nimmt das als "Verlust" wahr.
- Summiert sich in der Gesamtheit: Ein paar Stunden Leerlauf einer einzelnen Maschine pro Tag erscheinen gering; über Dutzende Maschinen und Monate hinweg summiert sich das zu einem großen Betrag.
- Bei klassischer Überwachung unsichtbar: Der Gesamtkraftstoffverbrauch zeigt nicht, wie viel davon für die Arbeit und wie viel im Leerlauf verbraucht wurde.
Wie wird der Leerlauf sichtbar gemacht?
Um den Leerlauf sichtbar zu machen, muss man das Betriebsprofil der Maschine kennen: Wie lange hat sie gearbeitet, wie lange lief sie im Leerlauf?
- Mit den Motorbetriebsstunden (Betriebsstunden) wird die tatsächliche Arbeitszeit verglichen.
- Der Kraftstoffverbrauch wird zusammen mit dem Betriebsprofil untersucht.
- So werden sowohl die Dauer als auch die ungefähren Kraftstoffkosten der Leerlaufzeit ersichtlich.
In Kombination mit einer Liter/Stunde-Analyse wird sichtbar, wie effizient welche Maschine arbeitet und welchen Anteil der Leerlauf am Gesamtverbrauch hat.
Wege zur Reduzierung des Leerlaufs
Messen ist der erste Schritt; Reduzieren der zweite. Typische Ansätze:
- Bewusstsein und Rückmeldung: Den Bedienern die Leerlaufdaten zu zeigen, ist der einfachste Schritt, um Verhalten zu ändern.
- Arbeitsorganisation: Anpassungen des Arbeitsablaufs, die den unnötigen Betrieb wartender Maschinen verhindern.
- Ziel und Nachverfolgung: Ein Ziel für die Leerlaufquote festlegen und regelmäßig überwachen.
- Wirkung messen: Die Wirkung der vorgenommenen Änderung wiederum mit Daten (Leerlaufquote, Liter/Stunde) bestätigen.
Fazit
Der Leerlauf ist ein Kraftstoffaufwand, der ohne böse Absicht entsteht und bei der klassischen Überwachung unsichtbar bleibt. Wenn Betriebsstunden- und Verbrauchsdaten gemeinsam untersucht werden, werden die Kosten der Leerlaufzeit sichtbar. Ein sichtbarer Kostenfaktor lässt sich durch Bewusstsein, Arbeitsorganisation und Ziele reduzieren. Neben dem Diebstahl auch den Leerlauf zu steuern, ist die zweite Säule echter Einsparungen.